Etwa die Hälfte aller europäischen Haushalte war bereits einmal von einem Wasserschaden betroffen. Ein leicht tropfendes Wasserrohr wird anfangs nicht gleich bemerkt. Doch innerhalb kürzester Zeit kann sich aus dem kleinen Loch ein massiver Rohrbruch entwickeln.

Ereignet sich ein Wasserrohrbruch beispielsweise in einer Dachgeschoßwohnung eines Hochhauses, haben schnell alle darunterliegenden Haushalte Teil am Schaden. Die Panne zu beseitigen, ist alles andere als einfach. Ganze Wände müssen aufgerissen werden, mühsame Formalitäten mit der Versicherung beginnen und nicht selten bleiben Betroffene auf Teilen der finanziellen Aufwendungen sitzen.

Schaden erkennen

Eines haben alle Wasserschäden gemeinsam: Wenn man sie selbst bemerkt, ist es meist schon zu spät. In Zeiten von innovativen „Smart Homes“ gibt es sogenannte Wasserschaden-Warnsysteme für das Eigenheim. Dabei werden Wassersensoren an besonders gefährdeten Räumen – wie Sanitäreinrichtungen oder im Keller – am Fußboden aufgestellt, um die Luftfeuchtigkeit und einen möglichen Wasseraustritt zu erkennen.

Einfache Modelle melden die Gefahr mit einem schrillen Signalton, professionellere Sensoren sind bereits im Heimnetzwerk integriert. Eine App übermittelt dann die drohende Gefahr direkt auf das Smartphone der Bewohner, um eine schnelle Reaktion zu ermöglichen.

Der Vorteil der App-Funktion zeigt sich darin, dass Wasserschäden auch bemerkt werden, wenn sich niemand im Haus aufhält. Rund 20 bis 100 Euro kosten diese Wassersensoren und ähneln vom optischen Design einem Rauchmelder. Mehrere Sensoren können parallel in verschiedenen Räumlichkeiten eingesetzt werden, um austretendes Wasser im ersten Moment punktgenau zu erkennen.

Schaden verhindern

Im Idealfall wird ein entstehender Wasserschaden nicht nur rechtzeitig erkannt, sondern auch verhindert. Dazu ist, zusätzlich zu den Sensoren, ein Wasserwächter nötig. Ein Installateur baut das Gerät, das die Wasserzufuhr im Schadensfall unterbricht, in der hauseigenen Zentralwasserleitung ein.

Einmal installiert, stellen die beiden Module in Kombination somit einen wirksamen Schutz vor Wasserschäden dar, ohne sich laufend aktiv Gedanken über die drohende Gefahr machen zu müssen. Beim Neubau sollte bereits in der Planungsphase an smarte Technologien gedacht werden. Trotzdem lässt sich ein bestehendes Gebäude im Zuge von Sanierungs- oder Modernisierungsarbeiten auch nachträglich noch unkompliziert aufrüsten.

Intelligente Produktlösung

Die innovativsten Wasser-Warnsysteme erkennen auch zu hohe oder niedrige Luftfeuchtigkeit im Raum. Erhöhte Luftfeuchtigkeit bietet beispielsweise einen optimalen Nährboden für Schimmel. Ein zu geringer Feuchtigkeitsgehalt in der Luft hingegen kann sich ebenfalls gesundheitsschädlich auswirken.

Wer sich oft in zu trockenen Räumen aufhält, leidet im Durchschnitt öfters an Erkältungen wie Nebenhöhleninfekten oder Augenreizungen. Manche Sensoren schlagen sogar Alarm, wenn die Raumtemperatur unter drei Grad Celsius fällt und Frostgefahr entsteht. Besonders leerstehende Ferienhäuser sind im Winter gefährdet, da Leitungen durch frierendes Wasser beschädigt werden können.