Infrarote Strahlen kennt man als wärmenden Ferkelstrahler aus dem Stall, als wärmende Rotlichtlampe gegen Schmerzen oder als wärmenden Infrarotlichtstab gegen unreine Haut.

Infrarot ist nicht gleich infrarot

Allen Anwendungen gemein ist die Wirkung der Infrarotstrahlung: Sie trifft auf den Körper und wird dabei in Wärme umgewandelt, die als besonders wohltuend empfunden wird. Vergleichbar ist diese Tiefenwärme mit der, die die Sonne mit ihren natürlichen Strahlen, darunter auch infrarote, erzeugt. Die je nach Wellenlänge unterschiedlichen Infrarotstrahlen (IR-Strahlen) dringen tief in unsere Haut ein, bis zu 80 Prozent davon werden absorbiert: IR-A (Wellenlänge: 780 bis 1.400 Nanometer) gelangt bis zu 5 Millimeter tief, IR-B (1.400 bis 3.000 Nanometer) bis zu 2 Millimeter und IR-C (über 3.000 Nanometer) etwa 0,1 Millimeter. Hochfrequente Infrarotstrahlung gelangt so in das Bindegewebe, das Unterhautfettgewebe und mitunter gar bis zu den Gelenken.

Infrarotstrahlen sorgen für Tiefenwärme

Die angenehme Tiefenwärme ist Wellness pur. Insbesondere das Schwitzen in der auch Infrarotsauna genannten Infrarotkabine gilt als schonend: Anders als in der nordischen Sauna, die auf 80 bis 100 Grad Celsius geheizt wird, was lange dauert und viel Energie verbraucht, herrschen in der Infrarotkabine kreislauffreundliche 35 bis 40 Grad Celsius. Dennoch schwitzt man dort gut das Doppelte aus!

Die von der infraroten Tiefenwärme erzeugten Nebenwirkungen lindern Beschwerden, was den Gesundheitsfaktor von Infrarotstrahlung erklärt: Mit der höheren Temperatur weiten sich die Blutgefäße, so dass der Stoffwechsel bis in die letzte Zelle angekurbelt wird. Die Durchblutung verbessert sich und damit die Versorgung der Organe mit Sauerstoff sowie der Abtransport von Stoffwechselprodukten: Das spürt und sieht man zum Beispiel an gelösten Muskelverspannungen, gemilderten Schmerzen eines Hexenschusses, befreiter Atmung bei Asthma oder reiner Haut.

Positiv beeinflusst die Infrarotstrahlung auch den Verlauf von Entzündungen wie die von Mittelohr oder Nasennebenhöhle. Selbst rheumatische oder neurodermitische Entzündungsherde und Hämorrhoiden bekämpft sie. Die Wirkung von Infrarotstrahlung als Schlankmacher ist dagegen bisher nicht belegt, denn die 600 Kalorien, die wir in 30 Minuten Infrarotsaunabesuch ausschwitzen, sind großteils Wasser.  

Optimale Wirkung ist kein Zufallsergebnis

Für die optimale Wirkung einer Infrarotbestrahlung, sei es nun als Wellness- oder Gesundheitsbehandlung, kommt es auf die Temperatur an. Die Durchblutung der Haut verbessert sich bei 38, die von tieferliegenden Muskeln bei etwa 40 Grad Celsius. Wer den Kauf einer Infrarotkabine erwägt, der sollte deshalb unbedingt auf die Qualität derselben achten. Minderwertige Ausführungen bergen die Gefahr, auch minder zu wirken oder gar der Gesundheit zu schaden, schließlich kann eine Überdosis Infrarotstrahlen zu Verbrennungen führen.

Hochwertige, automatisch steuerbare Infrarotkabinen, wie sie seit Jahren in Therapiezentren stehen, gibt es inzwischen auch für den häuslichen Gebrauch. Achten Sie beim Kauf sowohl auf die gesunde Verarbeitung der Infrarotkabine als auch auf deren gesunde Leistung. Schauen Sie also auf Material und Bauweise, denn schließlich sollen sich aus dem Holz oder Kleber keine gefährlichen Schadstoffe lösen, die Sie während des Infrarot-Saunierens einatmen. Vom DIY-Eigenbau einer Infrarotkabine ist aus ebendiesen Gründen ebenfalls dringend abzuraten.

Zum Schluss die gute Nachricht für alle Fans der traditionellen Sauna: Es gibt auch Kombigeräte, die Infrarotsauna und nordische Sauna vereinen und je nach gewünschtem Saunagang programmierbar sind. Gutes Schwitzen – so oder so!