Wie hat ihre Heimwerker-Karriere begonnen?

Meine Freundin und ich haben uns vor knapp zwei Jahren ein Haus am Land gekauft. Seitdem mache ich viele Dinge zu Hause selber. Einfach, weil ich verstehen wollte, wie die Sachen funktionieren. Finanziell ist Heimwerken natürlich auch interessant.

Warum macht Ihnen das Handwerken so sehr Spaß?

Ich will etwas haben, mache es selber und verwirkliche die Sache damit. Viel mehr ist es nicht. Natürlich lernt man viel dabei, auch physikalisches Grundwissen.

Was kann man als Eigenheimbesitzer Ihrer Erfahrung nach alles selber umsetzen?

Grundsätzlich alles, glaube ich. Man muss sich zuvor nur ausreichend damit beschäftigen. Total einfach sind bautechnische Arbeiten wie streichen, tapezieren, einen Schuppen bauen oder einen Teich anlegen. Es gibt fast keine Begrenzung. Auch Dinge, vor denen man normalerweise ein bisschen Angst hat, lassen sich umsetzen.

Und was erledigen Sie selber – obwohl Sie kein gelernter Handwerker sind?

Ich baue zum Beispiel alle unsere Möbel selber, vom Tisch über die Bank bis zu Gartenmöbeln. Auch die Terrasse sowie Überdachungen, Gewächshäuser und Hühnerställe. Sogar ein Musikstudio habe ich in Eigenregie gebaut. Auch Strom verlege ich selber. Zum Glück habe ich viele Freunde und Leute, die ich anrufen kann, bevor ich tatsächlich ein Kabel anfasse.

Welche Arbeiten lassen Sie ausschließlich vom Profi machen?

Alles, was mit Gas zu tun hat, denn Gasleitungen sind eine heikle Geschichte. Auch wenn ich mein Haus selber bauen würde, würde ich die Stromarbeiten auslagern. Alles, was statisch relevant ist, wie zum Beispiel tragende Mauern, sind ebenfalls heikel. Auch für Isolationen würde ich einen Fachmann dazuholen.

Welche Werkzeuge hat ein guter Heimwerker immer zur Hand?

Geräte wie einen Akkuschrauber oder eine Flex sollte jeder zu Hause stehen haben. Eine Bohrmaschine natürlich auch – das ganze Standardzeug eben. Ich empfehle außerdem ein Schweißgerät, das macht richtig Spaß, nur die meisten Menschen haben es noch nie ausprobiert. Ich lebe am Land, die Nachbarn haben einfach alles, da borge ich mir so etwas gern aus.

Was raten Sie einem Häuslbesitzer, der keinen Plan hat, aber gern etwas selber machen würde?

Auch ich habe zwei linke Hände. Ich weiß genauso wenig, wo man anfängt, ich bin eigentlich Webdesigner. Aber ich habe Bock, Sachen auszuprobieren und mache trotzdem alles. Meine Videos sind ja der Inbegriff dafür, dass ich zeige: Guck mal, ich kann das alles nicht und ich krieg es trotzdem hin. Also versuch du es doch auch.

Ihre Videos werden hunderttausendfach geklickt. Was haben Sie bisher selbst dabei gelernt?

Ich bin der schlechteste Handwerker der Welt. Es gibt nur hunderttausende Menschen, die das interessant finden und die das ebenfalls machen. Mittlerweile habe ich Millionen Sachen dabei gelernt: viele Herangehensweisen, wie Dinge reagieren oder grundsätzliche Geschichten, zum Beispiel, wie Motoren funktionieren oder was beim Schweißen passiert.

Sie haben mehr als 340.000 YouTube-Abonnenten. Was fasziniert die Leute an Ihren Videos?

Vielleicht, dass man alles schaffen kann und die Dinge selbst dann gebacken gekriegt, wenn man keine Ahnung hat. Ich habe einen lockereren Ansatz als echte Handwerker, die alles millimetergenau ausmessen, bei mir läuft alles frei Schnauze. Die meisten Leute kommentieren, dass sie es cool finden, wenn ich etwas geschafft habe.

Haben Sie schon einmal etwas richtig in den Sand gesetzt?

Natürlich, hundertfach. Ich verbessere dann so lange, bis es in Ordnung ist. Viele Sachen mache ich drei, vier Mal bis sie richtig passen. Ich habe schon ganze Schränke und Bänke wieder auseinandergerissen und neu gebaut. Es gibt Sachen, von denen ich dachte, dass sie funktionieren – und dann habe ich doch wieder alles verworfen.

Welche Projekte stehen als Nächstes an?

Wir haben 5.000 Quadratmeter Grund, es gibt viele Projekte. Vor allem möchten wir mehr Tiere, deshalb baue ich einen Schafstall und Zäune. Auch Hochbeete, die Garage ausbauen und ein Carport aufstellen stehen auf meiner langen Liste.