Ob Zigarettenrauch, Reinigungsmittel oder Kochdunst: Manchmal atmen wir in geschlossenen Räumen mehr Schadstoffe ein als an dicht befahrenen Straßenkreuzungen. Gründe dafür sind neben den genannten, vom Menschen oft selbst produzierten, Schadstoffquellen im Innenraum auch schadstoffhalte Baumaterialien und Einrichtungsgegenstände. Dazu kommen noch moderne Fenster und Türen, die beinahe luftdicht abschließen. Dadurch wird zwar Energie gespart, doch gleichzeitig gelangt zu wenig Frischluft in die Räume. Das beeinträchtigt unsere Gesundheit und damit auch unser Wohlbefinden. Um dauerhafte Gesundheitsschäden zu vermeiden, ist gute Raumluft in den eigenen vier Wänden jedoch essentiell und im wahrsten Sinne des Wortes ein wichtiges und kostbares „Lebensmittel“.

Wie erreicht man gesunde Raumluft?

Von gesunder Raumluft kann dann gesprochen werden, wenn diese frei von Verunreinigungen ist. Sie zeichnet sich auch durch eine behagliche Temperatur und passende Luftfeuchtigkeit aus. Ganz entscheidend ist deshalb die Zufuhr von genügend Außenluft. Für eine gute Raumluftqualität müssen rund 36 Kubikmeter Luft pro Stunde ausgetauscht werden. Mit dieser Austauschkapazität  können die vom Menschen selbst verursachten Luftverschmutzungen sowie die Schadstoffe der Einrichtungsgegenstände im Normalfall entsprechend abgeführt werden. Gute Raumluftqualität ist also das Ergebnis von schadstoffarmen Baustoffen und Einrichtungsgegenständen sowie regelmäßigem Luftaustausch mit qualitativ hochwertiger Außenluft. Diese sollte im Idealfall weitgehend frei von Staub, Ruß, Pollen und Ähnlichem sein, um die Raumluftqualität auch wirklich nachweislich zu steigern.

Was ist die optimale Luftfeuchtigkeit?

Die Luftfeuchtigkeit definiert den Anteil des Wasserdampfes in der Raumluft. Mit einem Hygrometer lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit messen und überwachen. Bei der relativen Luftfeuchtigkeit handelt es sich um die temperaturabhängige Absorptionsfähigkeit der Luft. Diese sollte sowohl für Wohnräume als auch für Schlaf-, Kinder- und Badezimmer zwischen 40 und 60% betragen. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit außerhalb dieses Bereichs, sind negative Folgen für die Gesundheit zu befürchten. Zu hohe Luftfeuchtigkeit etwa kann zur Behinderung der Körpertemperaturregelung, zu starkem Schwitzen und zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen. Bei zu feuchter Luft beschlagen zudem die Fenster, was wiederum zu Schimmelbildung führen kann. Auch dadurch können die gesundheitlichen Folgen für das menschliche Wohlbefinden und die Gesundheit schwerwiegend sein. Auf der anderen Seite bedingt zu niedrige Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden häufig verminderte Atemfähigkeit, trockene Haut, juckende Augen, Kopfschmerzen sowie Schlafstörungen bzw. unruhigen Schlaf.

Wie erreicht man die optimale Luftfeuchtigkeit?

Richtiges Lüften ist ein durchaus probates Mittel, um die Luftfeuchtigkeit zu verändern. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass ein gekipptes Fenster den Raum auskühlen lässt eventuelle Probleme mit der Luftfeuchtigkeit dadurch noch schlimmer werden. Stattdessen sollte man 4 bis 5 Mal täglich so genanntes Stoßlüften durchführen. Dabei werden für ca. zehn Minuten die Fenster und Türen geöffnet und am Besten auf Durchzug gestellt. Dadurch wird erreicht, dass die komplette Raumluft ausgetauscht wird.

Sollte die Luftfeuchtigkeit trotz richtigen Lüftens dauerhaft zu hoch sein, ist es notwendig, die Luft zu entfeuchten. Hierfür gibt es spezielle Luftentfeuchter. Ähnliches gilt, wenn sich die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum als dauerhaft zu niedrig erweist. Dann empfiehlt es sich, einen speziellen Luftbefeuchter zur Optimierung der Luftfeuchtigkeit zu installieren. Von Luftbefeuchtern, die lediglich an die Heizung gehängt und mit Wasser befüllt werden, ist abzuraten. In diesen wird das Wasser lediglich erwärmt und neigt dazu, Keime und andere Schädlinge zu bilden und diese dann in der Raumluft zu verteilen.

Welche Temperaturen sollten die Räume im Haus haben?

Um sich in den eigenen vier Wänden wohl zu fühlen, ist neben der Luftfeuchtigkeit auch die Lufttemperatur entscheidend. Für Wohnräume ist eine Temperatur von 20 bis 23 Grad ideal, in Schlafzimmern sollte sie nicht mehr als 16 bis 18 Grad betragen. Wichtig ist außerdem eine gleichmäßige Verteilung innerhalb des Raumes. Zwischen dem Fuß- und Kopfbereich sollte der Temperaturunterschied nicht mehr als 4 Grad betragen, da höhere Unterschiede als unangenehm empfunden werden. Klima- und Belüftungsanlagen sollten immer so eingestellt werden, dass niemals ein Zug entsteht, denn dieser ist nicht nur unangenehm, sondern kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Im Sommer sollte man durch Lüftung und Beschattung dafür Sorge tragen, dass die Innentemperatur 26 Grad niemals übersteigt. In Bezug auf die Luftfeuchtigkeit gilt es bei der Raumtemperatur stets zu beachten, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit in einem Raum aufnehmen kann als kalte Luft.