Sie ist im Haushalt omnipräsent, für Lebensqualität und Sauberkeit unerlässlich und seit Generationen die Ursache für unzählige Familienstreitereien, insbesondere rund um große Feiertage: Die Frage, wer denn abwaschen wird. Dabei sind die Zeiten, wo alles händisch gemacht werden musste, längst vorbei.

Die frühesten Spülmaschinen wurden in den 1850er-Jahren patentiert, der erste „echte“ Geschirrspüler erregte auf der Weltausstellung 1893 in Chicago die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Seit den 1920ern werden auch in Europa elektrische Geschirrspülmaschinen gebaut. Heute sind knappe 70 Prozent der Haushalte Mitteleuropas damit ausgestattet.

Spülmittel verbessern Reinigungsleistung

Mit etwas Verspätung setzte auch die Entwicklung spezieller Spülmittel ein. In den 1950ern kamen erste flüssige Mittel für die Handwäsche auf den Markt, die wegen des täglichen Hautkontakts auf einen fast neutralen pH-Wert eingestellt werden. Wenige Jahre später tauchten auch die ersten Mittel für Maschinen auf. Zunächst noch in Pulverform, gab es ab 1990 auch Tabs zu erwerben.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Während das Mittel selbst dafür sorgt, dass das Geschirr deutlich besser gereinigt wird, hat die quaderförmige Tabvariante deutlich weniger Aufwand und bessere Portionierbarkeit zur Folge. Außerdem sind sie in der Handhabung praktischer – es kann einfach nichts verschüttet werden.

Die Umwelt leidet mit

Doch wo kein Licht, da kein Schatten. Geschirrspültabs werden in Plastikfolien verpackt, um nicht an den Seiten abzubrechen und zu zerfallen. Viele Anwender können sich noch erinnern: Es war nicht immer einfach, die Verpackungen auch zu öffnen – nicht selten musste eine Schere zuhilfe genommen werden. Zugegeben: Für den einzelnen Haushalt hatten sich die Probleme damit in aller Regel auch wieder erledigt. Man könnte also von einem Luxusproblem sprechen – wäre da nicht die Umweltfrage.

Wenn nämlich zigtausende Haushalte nahezu oder sogar mehrmals täglich den Geschirrspüler anwerfen und dabei einen Spülmitteltab aus der Verpackung holen, dann produziert das auf größere Einheiten umgelegt täglich mehrere Tonnen Plastikabfall. Allein in Deutschland spülen die privaten Maschinen jährlich schätzungsweise 6,9 Milliarden Mal und verbrauchen dabei rund 142 000 Tonnen Maschinengeschirrspülmittel. Wenn das Plastik biologisch nicht abbaubar ist, stellt das eine unnötige Belastung der Umwelt dar.

Forschung bringt Verbesserung

Mit dem gestiegenen Bewusstsein darüber, dass wir unsere Umwelt schützen und schonen müssen, setzte auch in der Industrie ein Umdenken ein.

Die Forschung wurde intensiviert, um der drängenden Fragestellungen Herr werden zu können. Das ist auch gelungen: Obwohl es längst noch nicht alle Hersteller tun, sind wasserlösliche Tabsverpackungen heutzutage durchaus weit verbreitet. Sie bestehen meist aus Polyvinylalkohol.

Je nach Art der sogenannten Verseifung sind diese Folien dann entweder in Kalt- oder Warmwasser löslich und werden in Kläranlagen durch Mikroorganismen in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt. Für unsere Umwelt ist das ein mehr als guter Akt. Denken wir einfach nur daran, dass jährlich rund zehn Millionen Tonnen Plastik die Ozeane erreicht – da ist jedes bisschen, das vermieden werden kann, ein wertvoller Beitrag des Einzelnen.

Nicht nur die Verpackung ist wesentlich

Wenn wir schon bei der Umwelt sind: Neben der Verpackung sind natürlich auch die Inhaltsstoffe selbst ein wichtiger Punkt. Viele Geschirrspülmittel enthalten auch heute noch Phosphate. Gelangen diese Stoffe in den Umweltkreislauf (was sich wegen des Wassereinsatzes nicht vermeiden lässt), sind die Folgen Überdüngung und schließlich Umkippen von Gewässern. Darunter versteht man deren plötzliche, katastrophale Zustandsveränderung, was zu Fischsterben und toten Zonen führt.

Dabei zeigen Tests, dass die Phosphate heute nicht mehr benötigt werden, denn phosphatfreie Spülmaschinentabs erzielen bereits eine vergleichbar gute Reinigungswirkung wie phosphathaltige Mittel. Einem umweltbewussteren Einsatz des Geschirrspülers steht damit wirklich nichts mehr im Wege – und Streitereien im Haushalt gehören der Vergangenheit an, unabhängig davon, ob es um die Nachhaltigkeit geht oder darum, wer denn nun dran ist, denn heute macht sich (im doppelten Wortsinn) wirklich niemand mehr die Finger schmutzig.