Das Thema Einbruchsschutz ist seit Jahren in aller Munde, doch die meisten Eigenheimbesitzer kümmern sich um dieses Thema erst, wenn es bereits zu spät ist. „Meist passiert in Sachen Sicherheit nur etwas, wenn schon was passiert ist“, bringt Ing. Markus Lintner, Präsident der Österreichischen Vereinigung von Sicherheitsfachbetrieben, das Dilemma auf den Punkt. „Die meisten Anfragen für gezielten Objektschutz im privaten wie auch im gewerblichen Bereich erreichen uns immer während oder nach Einbruchsserien in der Nachbarschaft oder der Gemeinde.“ 

 

Tür sicher, Wohnung sicher

Laut dem Kenner des heimischen Sicherheitsmarktes lässt sich in den letzten drei bis fünf Jahren ein starker Trend hin zu immer aufwendigerem Objektschutz feststellen. Im privaten Bereich muss zwischen zwei verschiedenen Arten von Objekten unterschieden werden. Denn eine Wohnung zu sichern, ist deutlich einfacher als ein Einfamilienhaus. „Bei Eigentumswohnungen, die nicht ebenerdig liegen, liegt das Hauptaugenmerk auf dem Eingangsbereich. Bei der Eingangstür sollte man darauf achten, dass sie mechanisch optimal gesichert ist. Etwa durch einen Sicherheitszylinder mit speziellem Beschlag und einem Querbalken-Riegelschloss. Vorausgesetzt, die Tür selbst ist ausreichend stabil und von guter Qualität“, so der Objektschutzprofi. 

 

Türen und Fenster sicher, Haus sicher

Anspruchsvoller und komplizierter wird es dann bei Einfamilienhäusern. Denn besonders im Erd- und ersten Obergeschoss sollte man sich auch der Sicherung der Fenster widmen. Dazu Ing. Lintner: „Bei den Fenstern gibt es mittlerweile schon viele mechanische Sicherungsmöglichkeiten.

„Unsere Aufgabe als Sicherheitstechniker ist es, Einbrechern Zeit zu stehlen.“

Besonders wichtig ist da die Verbindung aus Sicherheit und Komfort. Wenn ein verbautes Sicherheitssystem nicht komfortabel zu bedienen ist, wird es nach kurzer Zeit schon nicht mehr benutzt.“ Der nächste Schritt nach einer gezielten mechanischen Absicherung geht dann zur elektronischen Sicherung in Form einer Alarmanlage, die sich auch im privaten Bereich immer größerer Nachfrage erfreut. 

 

 

Video im Privatbereich? Besser eine Alarmanlage!

Einen rechtlichen Graubereich stellt die Videoüberwachung dar. „Viele Private hätten ganz gern vor ihrer Türe oder auf der Terrasse eine Videokamera, die Bewegungen aufzeichnet, wenn man nicht da ist. Grundsätzlich besteht aber ein Datenschutzproblem, wenn ich Videokameras montiere und alles aufzeichne“, stellt der Sicherheits-Fachmann klar. Laut Ing. Lintner wiegt die Videoüberwachung in trügerischer Sicherheit: „Eine Videoüberwachung wirkt in der Regel nur abschreckend! Eine Kamera wird oft als erstes zerstört oder zeichnet ein Bild von vermummten Gestalten auf. Mehr an Sicherheit bringt jedoch eine vom Errichter geplante Alarmanlage. Gerade für den Privatbereich gibt es ausgereifte, kostengünstige Systeme mit hoher Bedienerfreundlichkeit.“

 

Mechanik und Elektronik vernetzen

Im gewerblichen Bereich richtet sich die Aufmerksamkeit des Sicherheitsprofis hauptsächlich auf die weitverbreiteten Gewerbeparks am Ortsrand. „An der mechanischen Sicherung führt auch da kein Weg vorbei. Unsere Aufgabe als Sicherheitstechniker ist es ja, Einbrechern Zeit zu stehlen. Je länger er braucht, desto höher ist die Gefahr, erwischt zu werden. Da setzen wir an.“ Auch die Vernetzung von mechanischen mit elektronischen Schließanlagen setzt sich immer mehr durch. Dabei wird eine elektronische Zugangssicherung im Außenbereich mit mechanischen Sicherungen im Innenbereich kombiniert. „Langfristig führt halt einfach nichts mehr am Chip vorbei!“