Er hat schon unzähligen Menschen das Leben gerettet, aus brenzlichen Situationen befreit und in Sicherheit gebracht. Er war schon Held, Lebensretter und Beschützer zugleich – zumindest in der Scheinwelt der Filme und Serien. Der Schauspieler Serge Falck ist bekannt für seine Rollen als aufopferungsvoller Rettungssanitäter, engagierter Chefinspektor oder Polizist. 

Auch im echten Leben, abseits der Kameras, verkörpert er für viele offensichtlich diese Figur: „Es ist mir bekannt, dass die Leute manchmal die Rolle, welche ich spiele, mit der Realität verwechseln. Das Sonderbarste, was ich je in diese Richtung gehört habe, war die Frage einer Frau, wie wir denn bei Medicopter immer so schnell erfahren, wo ein Unfall passiert ist“, lacht Falck kopfschüttelnd.

 

Ordnungshüter als menschliches Grundbedürfnis

Zwar könnten die allermeisten Gott sei Dank zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden – dennoch wird deutlich, wie sehr Serge Falck in der Öffentlichkeit als Mann für Recht und Ordnung wahrgenommen wird. „Bei Medicopter waren wir ja alles: nicht nur Rettungssanitäter, sondern auch Verbrecherjäger, Staatsanwälte und Seelenklempner“, schmunzelt Falck über seine Rollen, die oft dasselbe Motiv tragen: den Kampf von Gut gegen Böse. „Zu sehen, dass es gut ausgeht, dass am Ende der Böse doch noch gefasst wird, ist wahrscheinlich ein Grundbedürfnis der Menschen. Sie brauchen jemanden, der immer wieder alles in Ordnung bringt“, meint der 47-jährige. 

Selbst bevorzugt er es, wenn es in Filmen und Geschichten etwas anders zugeht: „Ich persönlich finde es langweilig, wenn immer das Gute gewinnt, aber das ist aus meiner Warte verständlich, oder? Ich habe es gern, wenn ich überrascht werde.“ Daher sei er ständig auf der Suche nach Geschichten. „Das Böse ist ja ein wunderbarer Geschichtengeber.“

 

Das Böse ist immer einen Schritt voraus

Falcks Interesse am Bösen zeigt zudem, welche Rolle er dieser Kraft im Ringen zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Unsicherheit und Geborgenheit zuspricht: „Ich glaube das Böse – oder wie man es auch immer nennen möchte – ist immer einen Schritt voraus. Das liegt in der Natur des Menschen: Ein Damm wird immer erst nach einer Überschwemmung gebaut. Selten vorher. Und dieser Damm steht als Metapher für Alarmanlagen, Sicherheitsmechanismen gegen Datendiebstahl und, und, ... Angela Merkel wird jetzt sicher nicht mehr so sorglos telefonieren“, lacht Falck.

Als Schauspieler, der sich seit Jahren beruflich intensiv mit Kriminalität und Verbrechen jeglicher Art auseinandersetzt, wäre es naheliegend, wenn Falcks Verlangen nach Sicherheit besonders ausgeprägt wäre. „Ich zahle nicht für Angst“, sagt Falck jedoch trotzig. Gerade Versicherungen würden nur von der Angst leben, die sie uns einreden. „Jahrelang zahlt man nur ein. Wenn dann etwas passiert, sagt man: Ja! Gott sei Dank, jetzt ist endlich etwas kaputt! Jetzt bekomme ich etwas zurück von der Versicherung. Das kann es ja nicht sein!“ 

 

Die Lieblingsrolle: der Polizist als Bad Guy

Dennoch dürfe man aber nicht zu naiv sein und glauben, einem selbst könne nichts passieren. „Ich wohne sehr schön und habe auch eine Almarmanlage, weil das in dieser Gegend empfohlen wird.“ Auch beim Thema Netzsicherheit ist Falck vorsichtig: „Erst vor kurzem habe ich eine Phishing-Mail bekommen, in der kein einziger Fehler zu finden war. Das hat dazu geführt, dass ich zweimal überlegt habe, ob es sich vielleicht doch um eine offizielle E-Mail der Bank handelt.“ Aufgesessen sei er bisher jedoch noch nie.

Letztlich sei auch die Tatsache, dass er sich häufig für Rollen als Gesetzeshüter und Lebensretter entschieden habe, kein Zeichen für ein besonderes Sicherheitsverlangen: „Ich suche die Rollen nicht danach aus, ob diese Sicherheit verkörpern. Die Figur, die ich spiele, soll vielschichtig sein. Die jetzige in „Copstories“ ist eher ein Machiavellist“. Eigentlich ein guter Polizist. „Aber innerhalb der Gruppe kann er auch ein Kotzbrocken sein.“