Ihr Blog heißt „Mann backt“ und der Name ist dabei Programm. Welche Reaktionen haben Sie erhalten, als Sie Ihr Hobby zum Blog gemacht haben?

Schon vor „Mann backt“ habe ich mir nebenbei etwas dazu verdient und für einen Technik-Blog geschrieben. Mein damaliger Chef hat mich dann ermutigt, ich solle doch einfach auch meine Backleidenschaft ins Internet stellen. Als die ersten Reaktionen gekommen sind, hatte ich bereits ein großes Portfolio an Rezepten. Und die sind auch gleich sehr gut angekommen!

Für viele ist Backen nach wie vor eine Frauendomäne. Wie gehen Sie damit um?

Dafür habe ich eigentlich kein Ohr mehr. Ich bin im Hauptberuf Kindergartenpädagoge und bin es daher schon gewohnt, in einer Domäne zu arbeiten, die sehr feminin besetzt ist.

Mit Ihrem Blog weichen Sie also Geschlechter-Stereotype auf, während Sie filigran verzierte süße Köstlichkeiten produzieren. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Ich bin meinen Grundsätzen und meinem Geschmack immer treu geblieben! Ich habe bewusst Trends wie etwa Low-Carb ein bisschen missachtet. Deshalb habe ich auch oft gehört, dass ich so am Markt keine Chance hätte zu bestehen. Es gibt ja auch sehr viel Konkurrenz! Ich war immer der Meinung, dass Backen einfach Genuss ist. Wenn man es übertreibt, ist es nicht gesund – das wissen wir.

Was bei mir wirklich gut ankommt sind die – wie ich sie nenne – Klassiker reloaded, also Buttercremetorten oder etwa Tiramisu. In meinen Torten dürfen gerne Butter und viele Eier drinnen sein. Das sind wertvolle Lebensmittel, die allerdings mit Bedacht eingesetzt werden sollten. Und der momentane Erfolg gibt mir Recht!

Gibt es ein Küchengeheimnis, das Sie uns verraten würden?

So abgedroschen der Spruch auch klingen mag, aber die Qualität der Zutaten bestimmt das Endergebnis. Man schmeckt es einfach, wenn man ein bisschen mehr in Produkte investiert, die wirklich Qualität haben. Ein Kuchen ist immer etwas Besonderes! Ich beziehe die Bio-Freilandeier zum Beispiel direkt vom Bauern ums Eck.

Den Unterschied sieht man nicht nur, man schmeckt ihn auch. Davon bin ich ganz fest überzeugt! Es ist aber gleichzeitig auch schwierig alles im Backbereich regional zu beziehen – bei Schokolade zum Beispiel ist das schwer. Produkte wie Milch, Butter oder Eier beziehe ich aber regional.

Beim Backen geht es ja nicht nur um die Zutaten, sondern auch um die Backumgebung. Wie sieht Ihre perfekte Küche aus?

In jedem Fall mit genug Platz! Ein absolutes Muss sind eine gute Küchenmaschine und ein guter Backofen. Die Küche sollte einfach ein Raum sein, in dem man sich wohlfühlt und der Atmosphäre hat.

Tauschen Sie sich auch mit anderen backenden Männern aus?

In der Blogger-Szene gibt es wirklich einige super kompetente Männer. Im deutschsprachigen Raum sind wir vernetzt und eine echt eingeschworene Gemeinde. Dementsprechend gibt es auch viele gegenseitige Einflüsse.

Das Geruchs- und Geschmacksinternet ist ja leider noch nicht erfunden. Die LeserInnen Ihres Blogs können also nur erahnen, wie gut Ihre Torten schmecken. Wer kommt in den Genuss Ihrer Köstlichkeiten?

Hochzeitstorten und alles, was ich für meine Bücher produziere, esse ich ja nicht selber. Und über alles andere freut sich meine Familie. Außerdem backe ich die Kuchen für meinen Blog immer zusammen mit meinen Kindern. Die beiden sind ein und drei Jahre alt. Ich backe dann mit dem Kleinen auf meinem Arm und der Große kann sogar schon Eier trennen und hilft richtig mit!

Das heißt, Sie sind ein Drei-Mann-Gespann in der Küche?

Ja genau! Meine Frau darf nur Linzer Torte machen. (lacht)

Nirgendwo steht geschrieben, dass Männer schlechter backen können als Frauen. Also welche Tipps haben Sie für andere Backbegeisterte?

Am Anfang sollte man sich immer ans Rezept halten. Das ist ganz, ganz wichtig! Das lässt oft von den Mengenverhältnissen weniger Spielraum als etwa beim Kochen. Wenn man alles im Griff hat, dann kann man beginnen zu variieren. Noch ein Tipp: Nicht verzweifeln, wenn einmal etwas schief geht.

Einfach draufkommen, wo der Fehler liegt, alles aufessen und dann neu machen. Außerdem gibt es nichts, mit dem man jemanden eine größere Freude machen kann, als mit etwas, das man selber mit ganz viel Mühe und Liebe gebacken hat! Und darüber freuen sich auch die Frauen!