Digitalisierung und Automatisierung spielen auch im Garten eine Rolle. Woher kommt dieser Trend?

Ich denke, das Thema Garten ist in den letzten Jahren jünger und „lifestyliger“ geworden. Dadurch wird es auch stärker digitalisiert. Das Smartphone ist für viele ein wichtiger Teil des Lebens und spielt auch für den Garten zunehmend eine Rolle. Es gibt Apps zur Pflanzenpflege, zum Pflanzenschutz, zum Pflanzenerkennen etc. Das alles funktioniert sicher noch nicht einwandfrei, aber da ist auf jeden Fall viel Potenzial vorhanden.

Wie haben Sie diesen Digitalisierungstrend erlebt? Was sind Ihre Erfahrungen damit?

Einen ersten Schritt zur Digitalisierung habe ich bereits zu der Zeit gesehen, als der Kauf von Pflanzen online über das Internet möglich bzw. üblich wurde. Da hatte man plötzlich die ganze Pflanzenwelt auf dem Bildschirm.

Du kannst ja problemlos im In- und Ausland einkaufen und es ist mittlerweile für jeden Hobbygärtner einfach eine ungemeine Vielfalt verfügbar. Heute denke ich da vor allem an die bereits erwähnten Apps für das Smartphone, die ja quasi lernfähig sind und immer besser und benutzerfreundlicher werden.

Aber auch Automatisierung nimmt zu, Stichwort Bewässerungsautomatisierung oder Mähroboter.

Auch da gibt es mittlerweile sehr viele Möglichkeiten. Wobei ich die Bewässerungsautomatisierung, wie sie für Hobbygärtner angeboten wird, nicht ideal finde. Gerade bei verschiedenen Topfpflanzen, wo jedes Gewächs eigene Ansprüche hat, ist es nicht ganz einfach, das optimal abzustimmen.

Habe ich aber gleiche Pflanzen an einer Leitung, ist das kein Problem. Bei Monokulturen, wie sie im Profigewächshaus üblich sind, funktioniert die automatisierte Bewässerung natürlich einwandfrei und lässt sich auch super mit dem Düngen abstimmen.

Und wie stehen Sie zum Thema Mähroboter?

Ich bin ein Freund der Vielfalt im Garten. Für mich ist eines der schönsten Dinge eine natürliche Blumenwiese. Aber an einigen Stellen des Gartens ist aus Zweckmäßigkeit ein richtiger, gepflegter Rasen notwendig, etwa dort, wo Gartenmöbel stehen oder wo Kinder Fußball spielen wollen.

Da ist so ein Mähroboter schon praktisch! Da muss ich nicht selber jede Woche mähen, das geht automatisch per Knopfdruck und ich brauche nicht einmal zuhause zu sein. Ein Mähroboter macht diese Arbeit sehr ordentlich und ein Vorteil ist natürlich auch, dass neben Düngen und Gießen das permanente, gleichmäßige Mähen dabei hilft, den Rasen zu pflegen.

Wo sehen Sie im Garten Digitalisierungs- und Automatisierungstrends?

Gerade die vielen Apps stecken eigentlich noch in den Kinderschuhen. Das wird sicher qualitativ und quantitativ noch besser werden. Datenerfassung und Datennutzung, etwa in Bezug auf das Wetter, werden auch eine immer wichtigere Rolle spielen.

Dass mir mein Handy zum Beispiel sagt, pass auf, morgen wird es frostig, schütze deine Pflanzen entsprechend. Ich bin mir sicher, dass da noch einiges kommen wird. Auch die Beleuchtung im Garten wird stärker automatisiert werden und das wird sicher ebenfalls zunehmend über das Handy steuerbar sein. Die Digitalisierung im Garten ist also sicher noch lange nicht am Ende angelangt!