Karl Ploberger

Alter: 54
Beruf: Biogärtner

Schon mit sechs Jahren hat Karl Ploberger
die Liebe zum Gärtnern entdeckt.
Inzwischen besitzt er einen
2.500 Quadratmeter großen Garten
, moderiert die Sendung „Natur im Garten“
und hat seine Erfahrungen und Tipps
in fast 20 Büchern festgehalten.

Kleinformatgärtnern

Wenn die ersten Sonnenstrahlen wärmen und die Schneeglöckchen ihre Köpfe aus der Erde strecken, juckt es Biogärtner Karl Ploberger jedes Jahr schon in den Fingern: Die Gartensaison steht kurz bevor. Immer mehr Menschen begeistern sich fürs „garteln“ – „Es ist die Rückkehr zur Natur. Die Leute wollen selbst erleben, wie Pflanzen wachsen und lernen so auch, Gemüse und Obst wieder mehr wertzuschätzen“, ist der Biogärtner überzeugt. Er selbst verwirklicht sich in seinem 2.500 Quadratmeter großen Garten in Seewalchen am Attersee, aber auch auf dem Balkon, im kleinen Garten oder nur auf einem Fensterbrett ist viel möglich.

Hochbeete für Obst und Gemüse

Der neueste Trend für Kleingarten und Terrasse ist das Hochbeet: Hier können Hobbygärtner ohne lästiges Bücken jede Menge Obst und Gemüse anpflanzen. Die Beete sehen aber auch gut aus. Denn zur Auswahl stehen unterschiedliche Materialien wie Holz – als langlebig empfiehlt der Biogärtner Lärchenholz –, luftdurchlässige Ziegel, Plastik oder Metall. In der Größe kann man je nach Vorhaben variieren, als ideale Höhe gelten 80 Zentimeter. Bei Hochbeeten setzt der Biogärtner auf einen Schichtaufbau mit Kompostlagen: So entsteht Verrottungswärme, die ein frühes Auspflanzen ermöglicht. Am besten steht das Beet in sonniger Lage, aber auch halbschattige Plätze sind geeignet. Gurken, Melanzani, Kräuter, Salat, Radieschen oder Karotten – das fertige Beet kann beinahe alle Gemüsesorten beherbergen.

Beeren pflücken am Balkon

Auf dem Balkon nicht fehlen dürfen Kirschtomaten. Die sind pflegeleicht und schmecken auch einmal zwischendurch. Für das Gelingen braucht es nur einen etwas größeren Topf. Besonders im Trend liegen derzeit Beeren. Vor allem die Herbsthimbeere hat es Herrn Ploberger angetan. „Aufgrund ihrer späten Blüte haben die Beeren garantiert keine Würmer.“ Er empfiehlt die Sorte „Autumn Bliss“: „Absolut pflegeleicht, fast idiotensicher“, meint der Biogärtner. Nach der Ernte wird der Stock komplett abgeschnitten und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus. Wer es gerne beerig mag, aber nur wenig Platz hat, kann es auch mit der Hängeerdbeere in Balkonkästen oder Hängeampeln versuchen. Hängeerdbeeren bilden lange Ranken, die den ganzen Sommer Früchte tragen.

Bioerde statt Chemie

Besonders wichtig ist dem Gärtner die Bioerde: „Man sollte wirklich gutes Biosubstrat nehmen und auch nur biologisch düngen“, erklärt Herr Ploberger. Von Chemie hält er gar nichts, auch nicht zur Schädlingsbekämpfung. „Da sollte man lieber darauf achten, dass sich Schädlinge gar nicht erst ausbreiten können.“ Für die bunte Abwechslung dürfen Blumen nicht fehlen. Als Beginnerpflanze rät der Gärtner zu dem Klassiker Pelargonien. Hier kann eigentlich nichts schiefgehen.

Ein bisschen fortgeschrittener ist dann etwa Lavendel, der nicht nur schön blüht, sondern auch einen angenehmen Duft verbreitet. „Wer Blüten und Gemüse kombinieren will, sollte Stangenbohnen oder Feuerbohnen setzen“, meint Herr Ploberger.

Mediterrane Kräuterfreuden

Aber auch in der kleinsten Wohnung findet sich Platz für ein paar Gartenfreuden und vor allem das Gefühl der ersten eigenen Ernte. Das Fensterbrett ist der ideale Ort für Kräuter- und salatkistln. Dabei empfiehlt der Biogärtner Einsteigern ein mediterranes Kräuterkistchen: „Salbei, Rosmarin, Thymian und Oregano passen ins mediterrane Kisterl mit kiesiger, durchlässiger Erde. Vor allem Rosmarin ist mein Lieblingskraut“, verrät Herr Ploberger.  Wer mehr Platz zur Verfügung hat, kann den Kräutergarten auf der Fensterbank ausdehnen: Schnittlauch, Petersilie, Dill und Kerbel brauchen allerdings ein bisschen mehr Dünger, zum Beispiel Hornspäne. Empfindlicher ist das beliebteste mediterrane Kraut, der Basilikum. Die kleinen Töpfe sind fast überall erhältlich und ideal für wenig Platz, brauchen aber regelmäßige Pflege, Sonne und viel Wärme.

Pflege, Sonne und viel Wärme

Wer richtig ernten möchte, dem empfiehlt der Gärtner aus Leidenschaft Pflücksalat im Fensterkistl. Gießen sollte man dabei immer von unten, damit die Erde trocken bleibt und die Salatblätter nicht faulen. Das hilft auch gegen lästige Besucher wie die Trauermücke. Denn um Eier abzulegen, brauchen die kleinen Mücken feuchte Erde. Den allerwichtigsten Tipp hat Herr Ploberger für alle Hobbygärtner und jene, die es noch werden wollen, am Schluss: „Immer auf das G für Geduld und Gelassenheit achten.“