Das heutige Bild eines klassischen Wintergartens geht zurück bis ins 18. Jahrhundert Englands. Die damals gängige Architektur der Pflanzenhäuser, wo exotische Pflanzen der zahlreichen Seefahrten überwintert wurden, war detailverliebt und reich verziert.  

Die Entdeckung des neuen Wohnraums

Aus dem reinen Überwinterungsraum für Pflanzen entwickelten sich Ausstellungsräume für Pflanzen. Zunehmend wurden diese mit Möbeln ausgestattet, wodurch sich auch die Nutzung des Wintergartens veränderte: Der Wintergarten wurde als Wohnraum entdeckt.

Die Sehnsucht der Menschen, Garten und Natur in den Alltag zu integrieren, wird in der modernen Architektur oft durch Räume mit großflächigen Verglasungen und weiträumige Öffnungen ins Freie gestillt – eine Renaissance des Wintergartens in modernem Design.

In den Details liegt der große Unterschied

Ein Wintergarten kann also vieles sein, es kommt ganz darauf an, wem oder welchem Zweck er dienen soll. Ob ein kleiner Glaspalast als Rückzugsort, ein tropischer Garten, eine Schwimmhalle oder ein Treffpunkt für Freunde und Familie – entscheidend sind die Bedürfnisse und Wünsche der Besitzer.

Bevor es an die Planung eines Wintergartens geht, sollten sich Kunden daher eine genaue Vorstellung von der zukünftigen Nutzung des Wintergartens machen. Soll es ein kalter Wintergarten für die reine Pflanzenüberwinterung sein, ein halbwarmer Wintergarten für die sporadische Nutzung oder ein warmer Wintergarten, der rund ums Jahr genutzt wird? Denn vorrangig bestimmt die gewünschte Funktion die Ausführung des Wintergartens.

Wer von einem vollwertigen verglasten Wohnraum träumt, der unabhängig von der Jahreszeit oder Witterung ganzjährig behaglich ist, für den sind eine effektive Heizung und Wärmedämmung neben dem richtigen Beschattungskonzept unverzichtbar. Außerdem sollte schon bei der Planung auf hochwertige Materialien wie Holz im Innenbereich und Alu außen Wert gelegt werden.

Neben dem Wohnwintergarten geht der Trend auch hin zu Sommergärten. Diese ungedämmten Glasräume dienen eher als überdachter Wind- und Regenschutz und ermöglichen es, die Freiluftsaison auf der Terrasse vom Frühling bis in den Herbst bei nahezu jeder Witterung genießen zu können.

Kristallklare Vorstellungen

In der Planung sollten Vorstellungen und Wünsche möglichst genau mit einfließen, um einen perfekten Wintergarten zu bekommen. Material, Architektur, Ausrichtung und Gestaltung sind wesentliche Eckpunkte für das optimale Ergebnis. Zur optimalen Nutzung empfehlen ExpertInnen eine transparente Trennung zwischen Wintergarten und angrenzendem Wohnraum.

Um den Zubau nach Projekterteilung schlussendlich durchführen zu können, wird eine behördliche Baugenehmigung benötigt. Die komplette Abwicklung von der Auftragserteilung bis zur finalen Umsetzung nimmt zirka sechs bis zehn Wochen in Anspruch.

Ein gut geplanter Wintergarten ist ein treuer Begleiter durch das ganze Jahr. Richtig wohnlich wird ein Wintergarten aber erst, wenn er entsprechend eingerichtet ist und von den BewohnerInnen mit Leben gefüllt wird. Geschützt und doch im Freien, so fühlen sich dann laue Nächte im Wintergarten an.