Romed Baumann, als Skifahrer haben Sie weltweite Bekanntheit erlangt. Nunmehr, mit 30 Jahren, errichten Sie in Tirol ein Eigenheim. Welche Überlegungen haben bei der Auswahl des Standortes mitgespielt?

Für mich war wichtig, dass ich etwas in passender Größe, am besten in Hanglage finde. Wir wollten in der Nähe des Hauses meiner Schwiegermutter bleiben und haben sogar bei einer Versteigerung versucht, das Nachbargrundstück zu erwerben. Das hat nicht funktioniert, aber bei einem danebenliegenden Objekt waren wir einige Zeit später erfolgreich – das hat dann auch super auf die Anforderungen gepasst.

 

Welche Faktoren haben noch für das letztlich erworbene Grundstück gesprochen?

Ich erreiche jetzt von da drei Flughäfen – Innsbruck, Salzburg und München – innerhalb von 50 Minuten, was für mich natürlich besonders wichtig ist. Außerdem bin ich in fünf Minuten auf der Autobahn, trotzdem ist das Haus in sonniger Ruhelage. Da sind also sehr viele Gründe zusammengekommen, die standortmäßig einfach perfekt sind.

 

War auf dem Grundstück bereits ein Gebäude vorhanden oder konnten Sie völlig neu bauen?

Es war schon ein Haus dort, das ungefähr 30 Jahre alt war. Da war dann die Frage, ob wir es sanieren, wegreißen oder einen Teil erhalten. Wir haben uns für den Teilerhalt entschieden.

 

Welche Adaptionen werden jetzt durchgeführt?

Wir haben einen Architekten kommen lassen, der sich zunächst einmal den Baubestand angeschaut hat. Das Ergebnis war, dass der Bestand eigentlich sehr gut war, aber der Gebäudeschnitt hat nicht wirklich unseren Wünschen entsprochen, etwa bei der Raumaufteilung. Es wurde dann klar, dass der Umbau doch recht weitgehend sein muss, aber nicht alles über den Haufen geworfen werden soll. Der Keller wird komplett erhalten, die Wohnfläche bleibt im Endeffekt auch etwa gleich, dafür wird das Dach zu einem vollwertigen Wohngeschoss ausgebaut.

 

Sind im Verlauf der bisherigen Arbeiten unabsehbare Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Hausbau entstanden?

Es hat schon einige Probleme gegeben. Wir haben ja ein bestehendes Gebäude übernommen und gesehen, dass der Bebauungsplan schon 30 Jahre alt ist. Das hat behördlichen Aufwand mit sich gebracht – diverse Ansuchen, Anträge, Bebauungsplanänderungen und so weiter. Letztlich war alles kein Problem, aber es hat gedauert, bis alle Genehmigungen erteilt waren. Das hat sich fast ein Jahr hingezogen und das haben wir im Vorhinein auch nicht gewusst.

 

Welche Dinge waren Ihnen bei Architektur und Materialauswahl besonders wichtig?

Ich wollte massiv bauen und möchte, dass die Materialien zur Architektur passen. Es wird ein moderner Bau mit sehr vielen klassischen Elementen – eine Steinfassade, oben Holz, traditionelle Farben, ein klassisches Dach, aber mit vielen Fenstern und Sichtbeton.

 

Nach ihren bisherigen Erfahrungen: Wieviel kann man beim Hausbau heute noch als Heimwerker selbst machen?

Ich habe von Anfang an mit Profis gearbeitet, weil ich beruflich soviel unterwegs bin, dass ich mich einfach nicht ausreichend um alles kümmern kann. Allerdings ist mein Vater, der gelernter Maurer ist, fast täglich auf der Baustelle. Es ist schon sehr gut, wenn da jemand vor Ort ist. Ich würde ja sehr gern viel mehr mitarbeiten und glaube auch, dass man das wirklich tun kann, wenn man die Zeit dazu hat. Wenn ich daheim bin, dann helfe ich mit und packe an, wo ich kann. Ich glaube, das gibt dem Haus nachher eine ganz andere Note, wenn man ein Stück weit selbst mitgebaut hat und seine eigenen Wünsche und Ideen mit einfließen lassen konnte.

 

Welchen Rat können Sie zukünftigen Hausbauern geben?

Jedem, der überlegt, sich ein Eigenheim anzuschaffen, würde ich raten, sich dabei Zeit zu lassen. Meine Suche hat sicher fünf, sechs Jahre gedauert. Ich habe mich aber nie unter Zeitdruck gesetzt, habe viele Objekte angeschaut und dann, als es so weit war, habe ich eigentlich gar nicht damit gerechnet. Man muss die nötige Geduld aufbringen, sonst wird das nichts. Auch die Klärung der behördlichen Fragen lässt sich oft nicht so leicht abschätzen.